Gedanke des Tages

Was man aus einem verkorksten Tag machen kann

Es war einer dieser Tage, an dem alles schief ging. Das Telefon funktionierte schon seit Wochen nicht richtig und der versprochene Servicetermin der Telefongesellschaft war verstrichen ohne dass sich jemand gemeldet hatte. Ich wartete auf die Rückmeldung für zwei Projekte, aber keine Mail kam. Also würde sich das Ganze noch weiter verzögern. Ein Klient erschien nicht zum vereinbarten Termin. Also nutzte ich die Zeit, um in der Werkstatt vorbeizufahren, weil in meinem Auto die Öllampe leuchtete. Der Mechaniker war höchst alarmiert und meinte, das könne weitaus mehr sein als „nur“ fehlendes Öl. Na danke! Er warf mit Summen um sich, die mir so kurz vor Weihnachten fast die Tränen in die Augen trieben. Zumal das Auto schon alt war und die Reparaturen in keinem Verhältnis mehr standen. Nun wollte ich schnell etwas essen und kaufte mir an einem Imbissstand auf dem Weihnachtsmarkt eine dampfende Schüssel Käsespätzle. Der erste Schock war der Preis. Der zweite, dass die vorbereiteten Spätzle in der Mikrowelle aufgewärmt wurden. So was hasse ich! Zum dritten schmeckte es einfach abscheulich. Die Spätzle waren ein klebriger Brei, da waren zu wenig Gewürze und zuviel Zwiebeln. Und Geschmacksverstärker. Es war einfach so ekelhaft, dass ich fast die ganze Schüssel wegwarf. Dann wollte ich ein Päckchen zur Post bringen. Die Angestellt dort war neu, hatte keine Ahnung und die Schlange wurde immer länger. Als ich an der Reihe war behauptete sie, mein Päckchen könne sie nicht als Päckchen annehmen, ich müsste mehr bezahlen. Dabei hatte ich so ein Päckchen mit genau demselben Inhalt schon oft aufgegeben. Bis zum Abend war mir immer noch übel von den Spätzle. Und von der Frechheit, solche Sachen anzubieten. Dann fiel mir mein Allheilmittel ein. Ich kochte mir einen besonderen Tee, aß leckere Lebkuchen dazu und schaute mir einen meiner Lieblingsfilme an. Der Tee war hervorragend, heiß und genau richtig. Die Lebkuchen dufteten herrlich und beim hineinbeißen schmeckte ich die Sorgfalt der Herstellung und die guten Zutaten mit geschlossenen Augen. Und siehe da, mein verkorkster Tag belastete mich nicht mehr, ich konnte mich wieder entspannen und aufatmen. Welche Erleichterung! Dankbar und zufrieden konnte ich diesen scheinbar so ärgerlichen Tag beschließen.

Oma macht auf Unternehmer


Oma macht auf Unternehmer

So ist es, liebe Freunde der Wirtschaft. Und das sogar sehr erfolgreich. Immerhin machen Menschen in der Lebensmitte gut ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands aus. Davon wiederum gründeten 2015 mehr als 20 % ein Unternehmen. Damit ist das die zweitstärkste Gruppe, altersmäßig gesehen. Dazu gibt es eine interessante Statistik.

 

 

Auf zu neuen Ufern

Unsere Welt befindet sich in einem tiefgehenden Wandel. Alte Anschauungen und frühere Strukturen funktionieren nicht mehr. Die Gesellschaft hat sich so verändert, dass bisher stimmige Weltbilder und Vorgehensweisen nicht mehr greifen. Das betrifft auch unsere Arbeitswelt. Wir sind mit so vielen Möglichkeiten und Formen des beruflichen Werdegangs ausgestattet, dass im Gegensatz zu früheren Generationen das Leben mit 50 noch lange nicht vorbei ist. Unsere Lebensqualität ist ebenso gestiegen wie die Lebenserwartung.

Wenn ich mir Fotos anschaue von meiner Großmutter sehe ich eine Frau, die schon mit 40 dieselbe Frisur, dieselbe Garderobe trug wie die 70jährigen Frauen aus dem Ort. Da war kein Raum für großartige Veränderungen. Inzwischen ist nur eine relativ kurze Zeitspanne vergangen. Und doch befinden wir uns gefühlt in einem anderen Universum. Tatsächlich stammen die Fotos ja aus einem anderen Jahrtausend. Insofern stimmt meine Wahrnehmung...

Nun haben wir mit diesen neuen Möglichkeiten nicht nur jede Menge Chancen, wir sind auch aufgefordert, sie zu nutzen, unser Leben so auszurichten, dass unsere Kompetenzen und Erfahrungen für andere nutzbar sind.

Unternehmerin? Ja, gern!

Auch interessant: Frauen gründen zunehmend häufiger als Männer.
Sehr viele Gespräche drehen sich in meiner Arbeit als Coach und Expertin für das „Abenteuer Lebensmitte“ um berufliche Neuorientierung. Und wen wundert es? Der Wunsch nach Selbständigkeit als UnternehmerIn zeigt sich zwischen 40 und 50 sehr deutlich.

Warum ist das so? Nun, diese Menschen haben schon sehr viel in ihrem Leben erreicht. Sie haben Karriere gemacht, eine Familie gegründet und sind im Leben vorangekommen. Sie wissen was sie wollen, ganz entscheidend wissen sie aber zunehmend was sie nicht (mehr) wollen.
Häufig sind sie mit der Tatsache konfrontiert, dass andere sie auf der Karriereleiter überholen, jüngere Kollegen bevorzugt werden oder ihr bisheriger Arbeitsplatz durch Umstrukturierungen wegfällt. Auch das Thema Mobbing steht ganz oben. Wenn man bisher meinte, die letzten Jahre auch noch so „abreißen“ zu können macht sich zunehmend Unzufriedenheit breit. Das geht bis zur Unerträglichkeit der Situation. Im schlimmsten Fall werden sie ernsthaft krank und werden dadurch gezwungen umzudenken. An einem oder mehrerer dieser Punkte beginnt dann unsere gemeinsame Arbeit.

Menschen in der Lebensmitte entscheiden anders. Manchmal vielleicht zögerlicher, aber dann mit bewundernswerter Entschlusskraft. Ich arbeite mit ihnen an ihrer inneren Haltung, an ihren Einstellungen und Überzeugungen. Vor allem stellen wir sie infrage. Oha! Da wird es manchmal ganz schön heiß. Aber nur dadurch verändert sich der Blickwinkel, öffnet sich für neue Möglichkeiten und geht ins Weite. Und plötzlich sprudeln die Ideen und Alternativen.

Da ich häufig mit Künstlern und Kreativen arbeite kann ich an dieser Stelle die Grafik einer Zufriedenheitsstudie im Bereich Design einfügen.

Wenn nötig- bitte wenden

Lust und Freude am Beruf, zu wissen, was im tiefsten Inneren der Antrieb ist, sich einzubringen, Sinn zu erfahren – das sind die wesentlichen Punkte, die aus der Krise führen. Dahin zu gelangen bedarf es Mut. Mut, sich den eigenen Fragen zu stellen und die Geduld, Antworten zu finden. Häufig ist es nämlich so, dass dieser Prozess Monate wenn nicht gar Jahre benötigt. Übrigens gelingt er schneller mit Unterstützung. Entweder in einer Gruppe Gleichgesinnter oder mit professioneller Begleitung durch einen Mentor.
Denn es geht nicht einfach nur um fachliches oder betriebswirtschaftliches Knowhow. Wir müssen uns mit unserem ureigenen inneren Antrieb, mit Hindernissen und Möglichkeiten auseinandersetzen.

In vielen Gesprächen mit meinen Klienten habe ich einen ganz klaren Trend gefunden. Wir leben heute länger, sind länger leistungsfähig und auch-willig. Die Menschen wollen in den vielen Jahrzehnten nach der magischen 40 noch Sinnvolles beitragen. Je mehr Sinn man findet, je mehr man bereit ist, seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln – und das ist durchaus eine anspruchsvolle Aufgabe – umso souveräner agiert man. Dabei gibt es noch einen bemerkenswerten Nebeneffekt: man wird als gutes Vorbild wahrgenommen und ist weitaus weniger anfällig für populistische Ideen.

Also, haben Sie Mut zur Selbständigkeit. Gründen Sie Ihr Unternehmen. Feiern Sie Ihre Fähigkeiten und lassen Sie uns daran teilhaben.

Wenn Sie eine Anschubhilfe brauchen bin ich gern für Sie da.

Bis zum nächsten Werkstattgeplauder

Ihre Elke Möckel